Geschichte der Zwickauer Trinkwasserversorgung

Röhrenstege

Der Zwickauer Raum ist von vielen Flüssen und Quellen geprägt – ideale Ausgangsbedingung für eine ausreichende Trinkwasserversorgung. Chroniken zufolge wurde Zwickau bereits im Jahre 1350 von außerhalb über einen Röhrensteg mit Trinkwasser versorgt.

Aus Stegen werden Leitungen

Bereits 1535 verfügte die Muldestadt über ein erstes einfaches Trinkwassersystem.
Dieses verteilte in fünf Holzleitungen das aus Reinsdorf, Eckersbach, Marienthal, dem Mittel- und dem Galgengrund herangebrachte Wasser an sechs Stellen der Stadt. Am Ende einer jeden Röhrenleitung wurde das Wasser in hölzernen Röhrenkästen gesammelt und mittels eines Eimers abgeschöpft. Nur wenige Häuser in Zwickau waren direkt an dieses frühe Leitungssystem angeschlossen. Für den Rest der Bevölkerung bedeutete dies, entweder Wasser zu schöpfen oder sich an einer der 11 öffentlichen Pumpen mit Trinkwasser zu versorgen. Noch heute erinnert der Zwickauer Röhrensteg, der zur Überleitung der Röhren über die Mulde gebaut wurde, an diese Zeit. 1600 wurde für das Schloss Osterstein eine eigene hölzerne Trinkwasserleitung gebaut. Aus dem Stadtteil Eckersbach wurde das kühle Nass in das Schloss geleitet. Die Zwickauer Chroniken berichten außerdem, dass der Rat der Stadt weitere Röhrenleitungen bauen ließ – 1684 eine vom Großen Teich (der heutige Schwanenteich) und 1706 eine vom Mittelgrund aus. Neben dieser öffentlichen Versorgung gibt es auch Belege für die Existenz privater Wasserleitungen. 1529 kaufte der Münzmeister Ulrich Gebert eine Badestube in Zwickau und ließ eigens eine Wasserleitung dorthin verlegen.

Ausreichende Wasserversorgung

Die stark angestiegene Zwickauer Bevölkerungszahl hatte zur Folge, dass die bisherige Wasserversorgung nicht mehr ausreichte. Aus diesem Grund beschloss der Rat der Stadt den Bau einer zeitgemäßen Wasserleitung. Bereits 1874 gingen die Stenner Wassergewinnungsanlage und die zur Trinkwasserbelieferung notwendige Wasserleitung in Betrieb. Im selben Jahr stellte man auch die Weißenborner „Röhrfahrt“ (eine Röhrenleitung) fertig. Für die Haushalte, die nicht an das Trinkwassersystem angeschlossen werden konnten, wurden in den Straßen Zwickaus eiserne Druckständer aufgestellt.
Im Jahr 1878 entschied der Zwickauer Rat, das Trinkwassernetz weiter auszubauen.
Nach nur zweijähriger Bauzeit versorgte das Wiesenburger Wasserwerk ab 1890 den Hauptteil der Einwohner der Muldestadt und löste das System der alten Schöpfbehälter endgültig ab. Stolze 2,3 Millionen Mark kostete der Bau der damaligen Anlage.
Bis 2006 deckte das Wasserwerk Wiesenburg den Hauptbedarf der Zwickauer an Wasser. Damit die noch immer funktionierende Technik auch weiterhin besichtigt werden kann, wird das Wasserwerk zu einem Museum umgestaltet.
Gegenwärtig beliefert das Wasserwerk Burkersdorf bei Kirchberg, das größte Wasserwerk des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen, das Versorgungsgebiet der Zwickauer Wasserwerke zu über 80 % mit Trinkwasser.


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