Geschichte der Zwickauer Abwasserentsorgung

„Klein-Venedig“

Die Bezeichnung Zwickaus als „Klein-Venedig“ stammt aus dem 15. / 16. Jahrhundert, als zahlreiche über ein Schöpfrad mit Muldewasser gespeiste Wasserrinnen die Gassen der Stadt durchzogen. So wurde bei Feuer das Wasser in den Rinnen angestaut und zu Löschzwecken genutzt. Stadtbrände hatten damals eine verheerende Wirkung, da ein großer Teil der Häuser aus Holz war. Außerdem spülten die Wasserrinnen den Unrat der Stadt weg. Dies war natürlich ein idealer Nährboden für viele Krankheiten und Seuchen. So grassierte beispielsweise noch 1681/82 eine Pestseuche in Zwickau.

Unterirdische Abwasserentsorgung

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert reichten die bisherigen Wasserrinnen nicht mehr aus, um Abwasser und Müll aus der Stadt zu schwemmen. Nachdem eine Cholera-Epidemie viele Opfer gefordert hatte, enschieden sich die Zwickauer Stadtväter 1892 dazu, ein Abwasserkanalnetz zu bauen. Die Lösung bestand in einer unterirdischen Abwasserentsorgung. 1892 errichtete man den ersten Abwassersammler.

Erste Kläranlagen

Eine erste kleinere mechanische Kläranlage ging 1928 in Oberplanitz in Betrieb. 1938 folgten zwei weitere größere Kläranlagen auf der Gemarkung Crossen und in Niederplanitz. Die Kläranlage in Auerbach wurde 1963 in Betrieb genommen.

Folgen des Bergbaus

Eine Besonderheit der Region ist, dass infolge des jahrhundertelangen Steinkohlebergbaus zahlreiche Senkungsgebiete in Zwickau und Umgebung entstanden sind. Die Abwasserableitung im freien Gefälle war somit für einen Teil der Stadt nicht mehr möglich. Mit Hilfe des Abwasserpumpwerks „Silberhof“ konnte das Ab- und Regenwasser aus dem Senkungsgebiet „Stadtzentrum“ um beachtliche 9 m gehoben und der Zwickauer Mulde zugeleitet werden. Immer höhere Anforderungen an die Abwasserentsorgung der Stadt führten zu einem Umbau des Abwasserpumpwerks „Silberhof“. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde dieser 1983 abgeschlossen.
Seit dem Jahr wurde das Abwasser nicht mehr direkt in die Mulde geleitet, sondern einer zentralen Kläranlage zugeführt. Ein weiteres Abwasserpumpwerk, „Krebsgraben“, ging 1970 in Betrieb – mit dem Ziel den Großteil der Industrieabwässer aus dem Senkungsgebiet „Schedewitz“ zu sammeln und der Mulde zu zuführen. Es folgte im November 1992 der Verbund der beiden Abwasserpumpwerke „Silberhof“ und „Krebsgraben“ über eine Abwasserdruckleitung und ermöglichte den Transport noch größerer Mengen an Abwasser zur zentralen Kläranlage Zwickau-Crossen. 1995 wurde mit dem Umbau der Kläranlage auf der Gemarkung Crossen begonnen. Seit ihrer Fertigstellung 1997 und mit den Erneuerungs- und Erweiterungsmaßnahmen gehört die „Zentrale Kläranlage Zwickau“ zu einer der modernsten Kläranlagen. Denn ein wichtiges Anliegen der Wasserwerke Zwickau war und ist es, auf umwelttechnisch neuestem Stand die Reinigung des Abwassers zu gewährleisten. Die Wasserwerke verfolgen damit ihren Anspruch, nachhaltig mit Wasser umzugehen und Rücksicht auf die folgenden Generationen zu nehmen.


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